ManuTeeFaktur: Besuch beim Teebrauer Manu Kumar

In einer kleinen Fabrikhalle stehen Regale voller Schraubgläser, gefüllt mit Kardamon, Gunpowder, getrocknetem Ingwer und Gewürznelken, auf dem selbstgezimmerten Tresen eine Waage und ein Samowar, ein Sofa lädt zum Sitzen ein

Groß ist die Auswahl nicht, aber besonders. Es gibt Zitronengras- oder Tuareg-Minztee mit Ananas (der halbe Liter für 3 Euro), sehr aromatisch und angenehm unsüß im Geschmack. Eine wahre Entdeckung ist der Masala Chai Tea (75 g Gewürzmischung kosten 8,50 Euro): Die intensive Würze explodiert förmlich auf der Zunge, dabei ist keines der Aromen scharf-rauchig-zimtig-süß übersteuert; schon nach den ersten Schlucken breitet sich angenehme Wärme im ganzen Körper aus. „Ein altes Familienrezept“, sagt Manu Kumar.

Eistee mit frischen Zutaten

Der vielgereiste Deutsch-Inder mit den dunklen Haaren und dem Nasenpiercing ist eigentlich Architekt und Künstler. Auslöser für sein neues Business war die Sehnsucht nach einem sensorischen Erlebnis, das er einst in Vietnam hatte und in Berlin nicht aufzutreiben war: Eistee ohne Sirup, Zucker und Geschmacksverstärker, dafür mit frischen Zutaten.

Der 42-jährige recherchierte Rezepte und experimentierte mit Kräutern. Weil er einige nicht in der gewünschten Qualität importieren konnte, baute er sie selber an. Und so kommt es, dass Manu Kumar heute zwischen den Säulen seines Ateliers Kardamon mörsert, Fenchelsamen röstet oder marokkanische Bio-Minze kleinschnibbelt, die er von eigener Hand geerntet hat. Dass er in einem Stahltopf Tee ansetzt, ihn in Apothekerflaschen abfüllt und Etiketten draufklebt. Bis zu 300 Flaschen kann er am Tag produzieren. Verkauft werden sie in ausgewählten Läden, einem Biosupermarkt und natürlich vor Ort.

Irgendwann, so stellt sich Kumar vor, soll seine Manufaktur ein Treffpunkt werden, „so wie die Läden in Pakistan, wo Leute probieren, quatschen und einkaufen“, wo lokale, handgemachte Produkte mit kosmopolitischer Lebensart zusammentreffen. Schon bald soll das Sortiment erweitert werden, um frischgeröstete Kaffeespezialitäten eines befreundeten Künstlers und vegane Energiebällchen aus Australien.ManuTeeFaktur_EingangMTF-ManuTeeFaktur_015MTF-ManuTeeFaktur_Gewuerze

Erschienen in zitty Berlin im Dezember 2013.
Fotos: ManuTeeFaktur

Seiten: 12

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